3.Teuto Panorama Tour in Bielefeld

Nachdem die ersten drei Radtourenfahrten auf meiner Wunschliste dem schlechten Wetter der letzten Wochen zum Opfer gefallen sind, weitete ich den Suchradius im Breitensportkalender etwas aus (Siehe: „Verwendung eines beliebigen Suchradius im BDR-Breitensportkalender“ hier im Blog) und begab ich mich auf die Suche nach Alternativen. So stand am letzten Sonntag die RTF „Teuto Panorama Tour“ des TSVE Bielefeld auf dem Programm und ich hatte mir vorgenommen die 120 Kilometer Runde, die mit 1500 Höhenmetern zu Buche steht, zu absolvieren. Diese relative neue RTF wurde in diesem Jahr erst zum dritten Mal veranstaltet. Also ein Grund mehr ein paar Zeilen darüber zu schreiben.

WIe zögerlich die Sonne an diesem Tag war deute sich schon auf der Anreise an.

Wie zögerlich die Sonne an diesem Tag werden sollte deutete sich schon auf der Anreise an.

Die etwas spätere Startzeit von 9:00 Uhr kam meiner Nachtruhe, aufgrund der noch 45 minütigen Anreise, sehr entgegen. Das Wetter war wieder mal nicht das was es im Juni sein sollte. So war es zwar trocken, aber die Sonne ließ sich zunächst nicht blicken und es herrschten relativ kühle 8 Grad. Sein Kommen hatte auch Gerry angekündigt und ich hatte mich mit ihm um 8:30 Uhr im Startbereich verabredet. Da ich früh genug vor Ort war, ließ ich das Rad zunächst im Auto und schlenderte das kurze Stück von meinem Parkplatz zur Anmeldung um die Formalitäten zu erledigen. Anschließend ging es wieder zurück zum Auto und ich traf meine Startvorbereitungen. Kurz vor halb Acht war ich dann wieder am Start und traf auch schnell Gerry.

Warten auf das Startsignal.

Warten auf das Startsignal.

So warteten wir zusammen mit ca. 150 Fahrerinnen und Fahrern, etwas fröstelnd, auf das Startsignal. Aufgrund der vielen frühen Starter und wohl auch wegen der Anfangskilometer durch die Straßen von Bielefeld, ließen die Veranstalter in Blöcken starten. Insgesamt hatte die RTF an diesem Tag 524 Teilnehmer. Wir rollten im letzten Block über die Startlinie und ich war froh den Motor jetzt endlich warmlaufen lassen zu können.

Passende Gruppen bildeten sich, wohl  aufgrund des Profils, eher selten.

Passende Gruppen bildeten sich, wohl aufgrund des Profils, eher selten.

Nach den ersten 10, relativ flachen, Kilometern näherten wir uns langsam dem Hauptkamm des Teutoburger Waldes und konnten schon aus der Ferne erste Blicke auf das Hermannsdenkmal werfen. Bei Kilometer 37 begann dann der erste größere Anstieg des Tages, hinauf zum Denkmal. Auf diesen 3 Kilometern mit durchschnittlich ca. 6 Prozent Steigung merkte ich dann auch, dass die Kraftausdauerintervalle, die ich in den letzten Wochen immer mal wieder einstreute, ihre Wirkung nicht verfehlt hatten. So ginge es an zahlreichen Fahrern vorbei, sehr euphorisch den Berg hinauf. Oben angekommen hatte ich gehofft noch einen Blick aus der Nähe auf den Cheruskerfürsten werfen zu können, aber es war nichts zu sehen. Normalerweise hätte ich hier erstmal einen ausgiebigen Fotostop gemacht. Wie an so vielen Stellen im Verlaufe dieser RTF. Dafür war aber natürlich keine Zeit und es ging direkt  in die rasante Abfahrt.

Immer wieder wurde das Auge mit tollen Ausblicken belohnt.

Immer wieder wurde das Auge mit tollen Ausblicken belohnt.

Dieses ständige auf und ab sollte charakteristisch für den weiteren Streckenverlauf bleiben und wir kamen an wunderbaren Aussichtspunkten vorbei. Ab Kilometer 80 bemerkte ich dann aber doch langsam die ersten Ermüdungserscheinungen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits, für mich ungewöhnliche, 1200 Höhenmeter in den Beinen und noch zwei Steigungen vor uns. Zusätzlich tat im letzten Streckendrittel der rechte starke und böige Wind alles, um uns an einem zügigen Fortkommen zu hindern. Ich wechselt ab da in etwas kleinere Gänge und fuhr mit höhere Kadenz, was sehr gut funktionierte. Ich war froh den Track auf dem Edge zu habe und konnte mir mit Hilfe des Höhenprofils die Kräfte gut einteilen. Dankenswerterweise passte Gerry sein Tempo dem meinen an und zog mich häufig über den Rest der Strecke. Endlich ließ sich auch die Sonne blicken. Im Ziel angekommen aßen wir noch gemeinsam eine Bratwurst und ich löschte meinen Durst mit einem schönen kalten, alkoholfreien Weizen. Das zischte!

Am liebsten hätte ich ständig angehalten, um die Aussicht zu genießen.

Am liebsten hätte ich ständig angehalten, um die Aussicht zu genießen.

Die einzelnen Kontrollstellen kamen mir recht unregelmäßig platziert vor. Die Abschnitte hatten Längen von 33, 33, 39, 16 Kilometern. Da könnte man vielleicht noch optimieren. Besonders toll fand ich den Fotoservice und die Geschwindigkeit mit der die Bilder bereits am Montag Nachmittag auf der Vereinsseite bereitgestellt wurden. Auch über die Organisation im Vorfeld gibt es nichts zu meckern. Alle Strecken sind als GPS Track, inkl. POIs für die Verpflegungsstellen, abrufbar.

Richtig toll war der Fotoservice.

Richtig toll war der Fotoservice.

Mein Gesamtfazit für die Teuto Panorama Tour des TSVE Bielefeld kann nur „Absolut empfehlenswert“ lauten.  Der Name ist Programm, Streckenführung und Organisation sind überdurchschnittlich gut. Ich werde im nächsten Jahr gerne wiederkommen und überlege die Strecke nochmals solo in Angriff zu nehmen, um dem Auge Zeit zu geben und ein paar schöne Fotos zu machen.

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Verwendung eines beliebigen Suchradius im BDR-Breitensportkalender

Der Breitensportkalender des BDR bietet die Möglichkeit die Veranstaltungen nach bestimmten Kriterien zu durchsuchen. Ein von mir immer genutztes Kriterium ist die Umkreissuche. Mit ihr kann man sich, nach Eingabe einer Postkeitzahl, alle Termine im ausgewählten Suchradius anzeigen lassen.  Dabei hat man die Wahlen  zwischen Umkreisen von 20, 50, 100, 200 und 400 Kilometern. Oft ist mir diese Abstufung jedoch zu grob. Es gibt aber Abhilfe. Die nachfolgend beschriebene Möglichkeit basiert auf der Methode mit der die im Suchformular eingegebenen Informationen an die Kalenderanwendung übermittelt werden. Dabei werden im Fall des BDR-Kalender alle Werte per URL, mit der sogenannte GET-Methode, übergeben. Schickt man eine Suchanfrage z. B. mit den Umkreiskriterien 20 Kilometer um PLZ 48151 ab, erscheinen diese in der Adresszeile der Ergebnisseite wie hier dargestellt.

Das Ergebnis der Suchanfrage mit dem markierten Entfernungsparameter

Das Ergebnis der Suchanfrage mit dem markierten Entfernungsparameter

In der etwas kryptisch anmutenden Textzeile ist die unterstrichene Stelle für uns von besonderer Bedeutung.

http://breitensport.rad-net.de/breitensportkalender/?startdate=07.06.2013&enddate=31.12.2013&art=2&titel=&lv=-1&umkreis=20&plz=48151&tid=&formproof=&go=Termine+suchen

Dort steht die Kilometerangabe „umkreis=20“. Das charmante ist nun, es werden nicht nur die im Formular auswählbaren Werte akzeptiert, sondern auch beliebige andere. Möchte man also im Umkreis von 35 Kilometern suchen, ersetzt man die „20“ gegen eine „35“ und drückt Enter um die Seite neu zuladen.

http://breitensport.rad-net.de/breitensportkalender/?startdate=07.06.2013&enddate=31.12.2013&art=2&titel=&lv=-1&umkreis=35&plz=48151&tid=&formproof=&go=Termine+suchen

Die Veranstaltungsliste enthält nun alle Termine im Umkreis von 35 Kilometern.

RTF Harsewinkel 2012

Am vergangenen Sonntag habe ich die zweite RTF dieses Jahres und überhaupt in Angriff genommen. (Was ist eine RTF?) Obwohl meine RTF Erfahrung bisher also sehr gering ist, konnte ich interessanterweise schon deutliche Unterschiede bei Organisation und Durchführung zwischen den beiden Veranstaltungen in Gütersloh und Harsewinkel feststellen.

So war es mir schon nicht möglich über die Homepage des ausrichtenden Vereins, dem RSG Harsewinkel, an aktuelle Informationen zur Veranstaltung zu gelangen. Komplett auf Flash basierend, datieren die aktuellsten Nachrichten auf den September 2010. Auch der beworbene Twitter Account hat seit zwei Jahren leider keine Aktualisierung erfahren. Auf GPSIES fand ich zumindest einen Track der 110er Runde aus dem Jahr 2009. Nicht jedoch vom Veranstalter, sondern von einem Teilnehmer. Zumindest hatte ich dadurch einen Anhalt wie die Strecke verläuft und wie ich später feststellte war der Verlauf, bis auf eine Änderung, auch identisch. Aufgrund meiner Erfahrung mit dem Informationsmanagement der Veranstalter habe ich die 2012 Version der 110er auch direkt wieder unter GPSIES eingestellt (Link). Die Verpflegung, Bananen und Rosinenbrot, viel gegenüber der RTF in Gütersloh auch etwas ab. Von Sicherungsposten im Bereich großer Kreuzungen und Streckenfotograf mal ganz zu schweigen. Die Ausschilderung war, aufgrund der zweifarbigen Schilder,  jedoch besser zu erkennen als in Gütersloh.

Was bei beiden Veranstaltungen identisch war, die einstelligen Temperaturen zur Startzeit. So traf ich also, in wärmende Beinlinge, Armlinge und Weste gekleidet, Katrin, Gerry und Lionel zum vereinbarten Zeitpunkt im Startbereich. Man konnte förmlich das Klappern der Zähne einiger, doch recht kurz und dünn gekleideter, Teilnehmer hören. Pünktlich um 8:00 Uhr rollte das Feld dann los und wir fanden uns in einer ca. 40 köpfigen Gruppe wieder, in der wir sehr ökonomisch dahinrollen konnten. Kurz nachdem es an mir lag an der Spitze des Feldes die Nase in den Wind zu halten, erreichten wir nach 22 Kilometern schon die erste Kontrolle.

Der Stopp an der Kontrollstelle führte leider dazu, dass sich unsere Gruppe auflöste. So ging es dann also mit weniger Windschatten in Richtung Teutoburger Wald, dessen Kamm wir bei Bad Iburg überquerten. Der Teuto präsentierte sich an diesem Morgen von einer sehr schönen Seite. Über dem Höhenzug leuchtete noch schwach die Morgenröte und dünne Nebelschwaden durchzogen die Bäume auf den Hängen. Eigentlich zu schön um einfach weiter zu fahren, aber wir hatten ja noch genug Strecke zu bewältigen und hatten so leider nur Zeit für einige Blicke und bewundernde Kommentare.

In den Steigungen verloren Gerry und ich die anderen aus den Augen, bei Kontrollstelle 2 fanden wir jedoch alle wieder zusammen. Von dort ging es, bei inzwischen angenehmen Temperaturen und ohne Beinlinge, wieder in Richtung Süden über den Höhenrücken des Teutoburger Walds. Katrin und Lionel ließen es etwas ruhiger angehen und so ging es für Gerry, den „Blauen“ und mich auf die schöne Abfahrt hinab nach Lienen. Auf den „Blauen“, benannt nach seinem Trikot, waren wir im letzten Anstieg aufgefahren und er hing sich, ohne die Absicht viel führen zu wollen, an uns ran. Berauscht durch die Geschwindigkeit in der Abfahrt fuhren wir ab dem Zeitpunkt konsequent Windschatten und waren dadurch natürlich deutlich schneller unterwegs. Eigentlich begann die RTF jetzt erst so richtig. Nun sollte der Tacho, außer in den zahlreichen Abzweigungen, nicht mehr groß unter die 33 Km/H Marke fallen und wir erreichten schnell die letzte Kontrolle.

Nachdem ich meine Trinkflasche aufgefüllt hatte, ging es auch schon weiter. Als erstes gabelten wir wieder den „Blauen“ auf, der sich auch erneut dankbar anschl0ss, ohne viel zu tun. Wir rollte das Feld jetzt von hinten auf, durchstießen Gruppe um Gruppe und sammelten dabei weitere Fahrer auf und waren schließlich zu sechst unterwegs. Der Tacho kletterte immer weiter nach oben, 33, 35, 38, bis auf den „Blauen“ machten alle mit. Es war ein tolles Gefühl so dahin zu preschen, bis ich ca. 20 Km vor dem Ziel merkte wie meine Reservelampe ansprang. Jetzt hieß es Zähne zusammenbeißen. Ich konnte mich jetzt auch nicht mehr an die Spitze setzen und musste stattdessen zunehmend darum kämpfen den Anschluss nicht zu verlieren. Die zahlreichen scharfen Abzweigungen und die danach folgenden Antritte zogen mir nach und nach die Kraft aus den Beinen.

Der „Blaue“ entsorge sich dann selbst. Als er doch mal die Führung übernahm, einen Abzweig verpasste und auf die Rufe zu spät reagierte, schaffte er den Anschluß an die zügig gewendete und weiterpreschende Gruppe nicht mehr. Ich hatte jetzt aber auch immer mehr zu kämpfen, die rechte Wade begann bedrohlich zu ziehen und nach jedem Abzweig viel es mir schwerer  an der Gruppe dran zu bleiben. Immer wieder öffnete sich eine Lücke die ich mühsam schließen musste. Da ich auch nicht wusste wie weit es noch bis zum Ziel war, wechselte ich auf den Kartenbildschirm meines Edge und stellte erleichtert fest, dass wir schon kurz vor Harsewinkel waren. Das ist zu schaffen dachte ich mir. Doch kurz vor der nicht vorhandenen „Flamme Rouge“ zog plötzlich ein Fahrer, von dem ich nicht weiß ob er er von meinem Hinterrad oder von weiter hinten kam, mit deutlichem Geschwindigkeitsüberschuss an mir vorbei. Was passieren musste passierte, als er an unserer Gruppe vorbeifuhr, wurde das Tempo nochmal angezogen. Der letzte Antritt, noch einmal aus dem Sattel, noch einmal richtig reintreten, Krampf. Es ging nicht mehr, die Wade spielte nicht mehr mit. Schweren Herzens ließ ich die Jungs ziehen und rollte den letzten Kilometer gemächlich ins Ziel. Dort empfing mich Gerry und versorge mich sofort mit einer schönen kalten Cola und wir warteten auf Katrin und Lionel. Wir genossen dann noch ein wenig die Sonne und quatschten etwas, bevor es nach einem tollen Vormittag wieder Hause ging.

Übersicht der einzelnen Streckenabschnitte:

Section 1 Section 2 Section 3 Section 4
Distance 22.3 km 31.9 km 23.4 km 28.3 km
Elev Gain 29 m 214 m 206 m 26 m
Elapsed Time 00:45:51 01:05:06 00:48:15 00:52:19
Average Speed 29.1 km/h 29.4 km/h 29.1 km/h 32.5 km/h
Average HR 134 bpm 155 bpm 167 bpm 173 bpm