Rennrad-Sightseeing-Tour nach Lippstadt.

Am letzten Freitag hatte ich mir, in Anbetracht des traumhaften Wetters, kurzfristig frei genommen. Ich wollte den Tag zum einen für den bereits von den Kindern angemahnten Aufbau unseres Intex-Pools nutzen und zum anderen für eine schöne Rennradtour jenseits der 100 Kilometer mit meinem neuen Giant TCR Composite 1. Ursprünglich plante ich früh zu starten, um später noch ausreichend Zeit für den Pool-Aufbau, den schulfrei Zuhause befindlichen Sohn und den Empfang unserer von der Klassenfahrt heimkehrenden Tochter zu haben.

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Angenehmerweise folgte meine Frau jedoch meinem Beispiel und nahm sich ebenfalls für den Tag frei. Da so niemand früh aus dem Haus musste, wollten wir die Gelegenheit erstmal dazu nutzen auszuschlafen und in Ruhe zu frühstücken. Dies zog natürlich eine Planänderung für die Radtour nach sich, da sie sich in Richtung Mittag verschob. So rückte ich von meinem ursprünglichen Ziel, dem Teutoburger Wald und seinen herrlichen Serpentinen bei Lienen ab, um die Distanz auf 70-80 Kilometer verkürzen zu können.

Nun lag mir der Sinn mehr nach Unbekanntem und einem richtig Ziel, als nach einer meiner Standardrunden. Da der Wind aus Osten kam und ich ihn auf dem Heimweg gerne im Rücken habe, schaute ich auf der Karte also in diese Richtung. So geriet Lippstadt in meinen Fokus. – Noch nie dort gewesen und, gemäß eines Blicks in den Wikipedia-Artikel, voller reizvoller Sehenswürdigkeiten. Das passte!

Also startete ich gegen Mittag in Richtung Lippstadt. Ich hatte mich bei der Streckenplanung am Vorabend für die überwiegende Nutzung von Kreisstraßen entschieden, da diese sehr günstig in Richtung Lippstadt führten und aufgrund parallel verlaufender Bundes- und Landstraßen ein geringes Verkehrsaufkommen versprachen. Mit dieser Annahme lag ich erfreulicher Weise auch richtig. So ging es auf gutem Straßenbelag, sehr zielstrebig und komfortabel über Beckum, Liesborn und Bad Waldliesborn nach Osten.

Es ging überwiegend über gut ausgebaute aber ruhige Straßen.

Es ging überwiegend über gut ausgebaute aber ruhige Straßen.

Durch die später Startzeit machten sich das gute Wetter bereits schnell durch entsprechende Wärme bemerkbar. Für den Tag waren über 30 Grad gemeldet und die spürte man schon deutlich. Daher beschlich mich auch schnell die Befürchtung, zu wenig Flüssigkeit dabei zu haben. Ich hatte mich für die 0,5 Liter Isoflasche und eine 0,75 Liter Flasche entschieden und das war, wie sich später herausstellte, leider doch zu wenig.

Nach ca. 1,5 Stunden erreichte ich Lippstadt. Entgegen meiner sonst üblichen Angewohnheit, den Ortskern wenn möglich zu meiden, fuhr ich ganz bewusst in Richtung Zentrum. Denn ich wollte ja etwas von der Stadt zu sehen bekommen. Ich überquerte den namengebenden Fluss, die Lippe in Richtung Innenstadt. Von der Lippebrücke konnte ich einen schönen Blick auf die Lippeauen werfen, die den Ort in einem breiten grünen Band durchtrennen.

Die Lippe in Lippetal

Die Lippe in Lippetal

Weiter ging es zur Stiftsruine. Die Kirche wurde bereits 1831 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1855 wurde der Erhalt der Ruine verfügt. Das Ergebnis sieht beeindruckend aus. Saubere und hoch aufragenden, dach- und fensterlose Sandsteinmauern die von einer gepflegten Parklandschaft umgeben werden. Das alles unter einem, zumindest heute, strahlend blauen Himmel.

Zu Fuß umrundete ich, das Rad schiebend, das Gemäuer. Nachdem ich einigen Fotos gemacht hatte wollte ich weiter. Jedoch hatte ich diese Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn der Lippstädter scheint mir eher griesgrämig zu sein und so wurde ich völlig überraschend aus einigen Metern Entfernung von einem Anwohner angemault, dass Fahrräder hier nicht erwünscht sind und ob ich das entsprechende Schild nicht gesehen hätte. Meine Hinweise, dass sich das Schild auf die Benutzung und nicht auf das Mitführen eines Fahrrads beziehe und er, wenn er aufmerksamer gewesen wäre, auch gesehen hätte dass ich es geschoben habe, sorgten für einen abrupten und wortlosen Rückzug und ich konnte meine Fahrt fortsetzen.

Von der Stiftsruine wollte ich jetzt noch zum nordöstlichen Stadtrand, um einen Blick auf die Überreste der Burg Lipperode zu werfen. Das Wegenetz in unmittelbarer Nähe der Burgreste war eher etwas für das MTB. Doch vorsichtig fahrend und teils schiebend, erreichte ich auch mit dem Rennrad mein Ziel.

Die Überreste der Burg Lipperode

Die Überreste der Burg Lipperode

Von den Resten der Burganlage ging es über Wadersloh und Neubeckum wieder in Richtung Heimat. Mittlerweile waren mir viel zu früh die Getränke ausgegangen und da ich den Notfünfer nach der letzten Verwendung nicht wieder in die Satteltasche gepackt hatte, viel die Getränkeversorgung auch flach. So war ich froh nach über 4 Stunden und 90 Kilometern wieder Zuhause zu sein.

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