Mein #FinaleBVB in der Dortmunder Westfalenhalle

Über manche Dinge kann man erst mit etwas Abstand schreiben, wenn die Enttäuschung etwas verblasst und die herumschwirrenden Gedanken sich wie Staub gelegt haben. Daher erst heute der Bericht zu meinem #FinaleBVB der UEFA Champions League in der Westfalenhalle.

Das Rund der Westflenhalle von unseren Plätzen aus gesehen

Nachdem wir bereits im letzten Jahr, leider ohne die Kinder, das DFB-Pokalfinale in der Westfalenhalle gefeiert haben, stand schon früh fest, dass diesmal die ganze Familie mit von der Partie sein würde. Dazu wollte sich noch liebe Begleitung durch Angela und Stefan aus Köln gesellen. Der Vorverkauf für die 12000 begehrten Tickets sollte am 10.5 beginnen und bei dem zu erwartenden Interesse war davon auszugehen das diese schnell weg sein würden. Um sicher zu gehen nicht den Kürzeren zu ziehen, begann ich bereits ab dem 7.5 die Ticket-Seite der Westfalenhallen regelmäßig zu checken. Und siehe da, bereits am Abend des 8.5, also zwei Tage vor dem offiziellen Beginn des Vorverkaufs, konnte man Tickets ordern. Was ich natürlich auch sofort tat. Das dies eine sehr gute Entscheidung war zeigte sich schnell. Nachdem am 12.5 schon alle Karten für Halle 1 verkauft waren, wurde zusätzlich noch Halle 4 hinzugenommen. Und auch dort waren bereits nach 24 Stunden alle 7000 Tickets weg! Einen Tag vor dem Finale kam dann nochmal etwas Bewegung in unsere Planung, da der Einlass plötzlich um eine Stunde, auf 17:30 Uhr, vorverlegt wurde. Aber auch diese Klippe konnten wir problemlos umschiffen.

So trafen wir uns um 16:30 vor dem Fanshop am Westfalenstadion mit Angela und Stefan, um gemeinsam zu den Westfalenhallen hinüber zu schlendern. Aufgrund der vorangegangenen Schauer hatte sich die Masse der dort bereits Wartenden entlang der Überdachung angestellt und so konnten wir, im nicht überdachten Bereich evtl. Schauern ausgesetzt, bis kurz vor die Sicherheitsschleusen vorgehen und sparten so später beim Einlass etwas Zeit.

Der Bereich vor der Westfalenhalle füllte sich schnell

Der Bereich vor der Westfalenhalle füllte sich schnell

Die Stimmung der Wartenden schien mir weniger angespannt und nervös als beim letztjährigen Pokalfinale. Einer schwang sich, mit einem Megafon ausgerüstet, zum Capo auf und es wurden Fansgesänge angestimmt. Eine mit einem Replik des CL-Pokals eintreffende Gruppe wurde frenetisch gefeiert und hatte selbst einen Mordsspaß dabei. Es schien mir fast als wären viele einfach nur froh und glücklich in diesem Finale zu stehen und alles andere in diesem Moment auszublenden.

Bild3

Da ist das Ding

Beim Einlass hatten wir dann etwas Probleme mit meiner Karte. Nachdem sie an der Tür gescannt und angeblich nicht erkannt wurde,  sollte ich damit zum Infoschalter gehen. Dort sagte man mir dann, ich wäre schon seit einer Minute, die Zeit des ursprünglichen Scans, der wohl doch funktioniert hatte, in der Halle. Mehrer Minuten Diskussion mit Vorwürfen des Fotokopierens der Karte und Vorlage der restlichen 5 Karten später, hatte man dann doch ein Einsehen und liess mich passieren. Im nachhinein erscheint mir diese Vorgehensweise bei einem Kartenpreis von 3 € dann doch etwas überzogen. Aber egal, wir waren ja alle drin!

Drinnen brauchten wir einen Moment zur Orientierung und ergatterten, nachdem wir von einem Ordner zunächst in die falsche Richtung gelotst wurden, noch Plätze im Unterrang, schön mittig vor der Leinwand. Dann begann die „trockene Dreiviertelstunde“ von Dortmund! Denn anders als der Einlass, wurde der Ausschank nicht vorverlegt und die Westfalenhalle blieb trocken wie die Atacamawüste. Aber auch dieses Ungemach konnte die Stimmung nicht trüben und später funktionierte die Versorgung sogar besser als im letzten Jahr, da sich auch mobile Zapfstellen ihren Weg durch die Ränge bahnten. Das Anheizprogramm war wieder toll und tat seine Wirkung, wie im Flug verging die Zeit bis zur Liveschalte.

Der schönste selbstgebastelte Pokal den ich an dem Abend sah

Der schönste selbstgebastelte Pokal den ich an dem Abend sah, mitsamt seinem Erbauer

Zum eigentlichen Spiel möchte ich mich hier nicht groß auslassen. Jeder hat es gesehen und viele haben schon darüber geschrieben. Mein persönliches Empfinden war ein auf und ab. Hatte ich vor dem Spiel noch gedacht, wenn wir mit einem 0:0 zur Halbzeit in die Kabine gehen, wird uns das zum Vorteil gereichen, dachte ich nach der furiosen Anfangsphase des BVB zur Halbzeit dann aber doch: „Viel Aufwand, für wenig Ergebnis. Hoffentlich rächt sich das nicht.“ Meine Befürchtungen bestätigten sich dann in der 60. Minute. Nach dem Ausgleich von Ilkay, der Rettungstat von Neven und den Glanzparaden von Roman strotzte ich wieder vor Zuversicht. Dann machte sich jedoch der hohe Aufwand, den unsere Jungs betrieben hatten, bemerkbar und die Bayern wirkten zunehmend frischer. Dies dämpfte auch wieder meinen Optimismus. Den Rest kennt ihr.

Bis zum Abpfiff war die Hoffnung da

Bis zum Abpfiff war die Hoffnung da

Eine Szene die sich mir nach dem Abpfiff besonders einbrannte war die Reaktion des Publikums. Nur wenige sprangen sofort auf um die Halle zu verlassen und während die Jubelbilder der Lederhosenträger ohne Ton über die Leinwand geisterten, ich selbst noch tief in Gedanken versunken an meinem Platz stand,  wurde „You’ll Never Walk Alone“ gespielt und alle stimmten aus voller Kehle ein. Meine Arme hätte man zum Kartoffeln reiben benutzen können, so eine Gänsehaut überzog sie. Die Worte „Wir kommen zurück‘. Vielleicht nicht nach Wembley, aber wir versuchen, wieder zurück zu kommen in ein anderes Finale„, die Jürgen Klopp in den Interviews nach dem Spiel  formulierte schienen hier bereits in den Köpfen vieler präsent zu sein. Das merkte man in diesem Moment.

Die Siegerehrung wollten wir uns dann doch nicht mehr antun und so begaben wir uns auf den Heimweg. Am Parkplatz angekommen trafen wir  noch auf einen versprengten BVB-Fan aus Steinfurt, der am Auto auf seine Gruppe wartete. Wir luden ihn auf ein gemeinsames Bier ein und ließen das Spiel nochmal Revue passieren.  Auch da kam man schnell zu der Erkenntnis, dass die Mannschaft dem Gegner alles abverlangt hat. Es am Ende aber leider nicht reichte den Henkelpott, nach einer überragenden CL-Saison, wieder zurück nach Dortmund zu holen. Das Team aber erhobenen Hauptes das Spielfeld verlassen konnte. Mittlerweile waren auch die restlichen Steinfurter eingetroffen. Wir verabschiedeten uns voneinander und begaben uns nun entgültig auf die Rückfahrt.

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